Lohnt sich der Einsatz von ökologischen Materialien beim Bauen?
Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger machen sich immer häufiger Gedanken über die beim Bauen eingesetzten Materialien. Deshalb werden wir in der Energieberatung immer wieder gefragt, ob sich ökologische Materialien "rentieren" und worauf man achten muss. Und das antworten wir darauf:
Das häufigste Argument gegen ökologische Baumaterialien lautet: Sie seien zu teuer. Doch dieses Argument hält einer genaueren Betrachtung kaum stand. Die tatsächlichen Mehrkosten sind meist gering und entstehen vor allem dann, wenn Nachhaltigkeit erst spät in der Planung berücksichtigt wird. Wer von Anfang an ökologisch plant, kann oft nahezu kostenneutral bauen. Vor allem aber blendet das Kostenargument die langfristigen Einsparungen vollständig aus – geringere Energiekosten, weniger Sanierungsaufwand und eine höhere Wertbeständigkeit sprechen klar für ökologische Lösungen.
Förderungen und klare Standards
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die in Vorarlberg verfügbaren Förderungen. Dort wird nachhaltiges Bauen aktiv unterstützt, indem Förderprogramme ökologische Kriterien voraussetzen oder gezielt belohnen. Dadurch können zusätzliche Kosten zumindest teilweise ausgeglichen werden. Wer auf ökologische Materialien verzichtet, verzichtet somit nicht nur auf Umweltvorteile, sondern auch auf finanzielle Unterstützung.
Kritisch wird oft angemerkt, dass unklar sei, was genau als „ökologisch“ gilt. Es existieren aber klare Kriterien wie die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, ein geringer Energieverbrauch bei Herstellung und Transport, Langlebigkeit sowie Recyclingfähigkeit. Zudem bieten Zertifizierungen und Labels (mehr Infos hier) eine verlässliche Orientierung. Eine bewusste Materialwahl ist somit durchaus möglich.
Ökologischer = gesünder
Besonders überzeugend sind die Argumente für ökologische Baumaterialien im Innenraum. Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens in geschlossenen Räumen, wodurch die Qualität der Innenraumluft eine entscheidende Rolle spielt. Konventionelle Baustoffe können Schadstoffe freisetzen, die langfristig die Gesundheit beeinträchtigen.
Da gesetzliche Grenzwerte in diesem Bereich oft unzureichend sind, liegt die Verantwortung bei den Bauleuten selbst. Ökologische Materialien sind in der Regel emissionsarm und tragen zu einer gesünderen Raumluft bei. Darüber hinaus verbessern natürliche Baustoffe wie Holz oder Lehm das Raumklima, indem sie Feuchtigkeit regulieren und so das Wohlbefinden steigern.
Schnell zusammengefasst
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Argumente für ökologische Baumaterialien überzeugend sind. Zwar können kurzfristig Mehrkosten entstehen, diese werden jedoch durch Förderungen, gesundheitliche Vorteile und geringere Umweltauswirkungen relativiert. Besonders im Innenraum überwiegen die positiven Effekte deutlich. Die Entscheidung für ökologische Baumaterialien ist daher nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern auch der persönlichen Lebensqualität.
Unsere Baumaterialberatung hilft bei allen Fragestellungen rund um die ökologische Materialwahl und damit verbundene Förderungen. Alle Infos zur Beratung finden Sie hier.