Die Gasheizung ersetzen - wichtige Fragen

Sie haben eine Gasheizung – und denken darüber nach, sie zu ersetzen? Dann haben wir hier ein paar möglicherweise hilfreiche Informationen für Sie.

Soll eine noch funktionierende Gasheizung ersetzt werden?

Die Antwort ist einfach: kommt drauf an… Nämlich darauf, was der Grund für Ihre Überlegungen ist, sich von der Gasheizung zu trennen. Gesamthaft betrachtet lautet die Antwort "eher schon".

  1. In Bezug auf Energieautonomie und Klimaschutz:
    Auf jeden Fall! Herstellungsenergie für die neue Heizung und potentielles grünes Gas hin oder her: Wer ein klimafreundliches Heizsystem möchte, ist sucht sich eine Alternative zur Gasheizung.
  2. In Bezug auf Kosten und Wirtschaftlichkeit:
    Schwierig, denn die Preisentwicklung beim Gas ist kaum vorherzusagen – gerade jetzt. Eines dürfte klar sein: Günstiger wird’s nicht. Aber wer allein auf die nackten Zahlen schaut, kann einen Wechsel schön- oder schlechtrechnen, je nach Kostenansatz. Mit unserem Heizrechner kann man übrigens hervorragend Kosten von Systemen vergleichen und sich mit den Einflussgrößen spielen. Zum Heizi geht’s hier.
  3. In Bezug auf Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit und Geopolitik:
    Der österreichische Eigenversorgungsgrad beim Erdgas liegt unter 10 %. Sprich: Gas kommt aus dem (teils politisch fragwürdigen) Ausland. Wer die Energieunabhängigkeit erhöhen möchte, verabschiedet sich also von der Gasheizung.

Sprechen die Kosten für den Ersatz einer Gasheizung?

Wie weiter oben schon ausgeführt: Komm drauf an. Die Kosten für die Heizung über die Lebensdauer (20 Jahre) setzen sich zusammen aus diesen drei Positionen (für Details auf die Kostenart klicken):

Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten sind beim Ersatz einer defekten durch eine neue Gastherme deutlich niedriger, als wenn Sie die Gasheizung beispielsweise durch eine Luftwärmepumpe ersetzen. Die Förderungen federn dieses Differenz ab, deutlich bleibt sie aber trotzdem.

Energie- und Netzkosten

Dafür sind die Energiekosten bei der Gasheizung deutlich höher. Denn auch wenn Strom derzeit noch teurer ist als Gas, sind die Energiekosten bei der Wärmepumpe niedriger, weil die Wärmepumpe zum überwiegenden Teil kostenlose Umweltwärme nutzt. Die Energiekosten sind auch der große Unsicherheitsfaktor in der Rechnung.

Geopolitische Instabilitäten werden fossile Energie verteuern, vor allem, wenn sie für fragwürdige Regimes zum praktikablen Druckmittel gegen energiehungrige Industrienationen wird. Und wenn – so wie das derzeit intensiv diskutiert wird – sich Strom- und Gaspreise mittelfristig voneinander entkoppeln, wird der hohe Anteil an erneuerbarem Strom die Schere zwischen Strom- und Gaskosten öffnen.

Sprich: Gas wird wohl schneller teurer als Strom, der irgendwann an eine Preisobergrenze stößt, wenn er zur Gänze aus erneuerbaren Energieträgern stammt.

Und zu den Netzkosten: Die werden beim Strom dynamisch und näher an die tatsächliche Netzbelastung angepasst. Beim Gas werden sie auf lange Sicht steigen, weil bei sinkendem Absatz im Gasnetz die bestehenden Kosten für die Infrastruktur auf weniger Schultern aufgeteilt werden müssen.

Wartungskosten

Die Wartungskosten dürften sich in etwa die Waage halten und können bei der Rechnung daher vernachlässigt werden.

Das heißt in aller Kürze

Da Preisentwicklungen derzeit besonders schwer vorauszusagen sind und die Energiepreise den Löwenanteil einer neuen Gasheizung ausmachen, kann man sich den Ersatz einer Gasheizung schön- oder schlechtrechnen, je nach Kosten, die man dafür ansetzt.

Was ist die beste Alternative zur Gasheizung?

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Sie ist in vielen Fällen die erste Wahl, wenn es um den Ersatz einer Gasheizung geht: die Luftwärmepumpe

Die Luftwärmepumpe ist in den meisten Fällen die erste Wahl

In den meisten Fällen wird eine Gasheizung durch eine Luft-Wärmepumpe ersetzt. Sie kann draußen aufgestellt werden und braucht im Innenraum weniger Platz als die alte Gasheizung.

Die flotte technische Entwicklung der letzten Jahre hat die Wärmepumpe auch in unsanierten Bestandsgebäuden interessant werden lassen. Schlüsselgröße ist die Vorlauftemperatur. Je niedriger sie ist, umso effizienter und attraktiver ist die Wärmepumpe. 40 Grad und darunter (bei Fußbodenheizung immer der Fall) sind perfekt, bis zu 55 Grad ist auch noch alles im grünen Bereich. Bei höheren Vorlauftemperaturen beginnt die Wärmepumpe dann schnell an Effizienz einzubüßen, und der Blick auf andere Alternativen zur Gasheizung ist empfehlenswert.


Ob eine Luftwärmepumpe für Ihr Haus eine gute Lösung ist, können Sie hier nachlesen. Oder Sie bestellen hier eine Energieberatung, da helfen wir produktneutral bei der Heizungswahl.

Welche Förderungen Sie für den Wechsel von Gas auf eine Wärmepumpe erhalten, finden Sie mit unserem Förderkompass heraus.

Die Nahwärme (hier im Bild die Nahwärme Weidach, die Teile von Bregenz und Wolfurt versorgt) ist immer eine Überlegung wert.

Auch an die Nahwärme denken

Die Nahwärme ist das Susi-Sorglospaket unter den Heizungen. Sie braucht weniger Platz als die Gasheizung davor. Und im Fall einer Störung kümmert sich der Netzbetreiber um eine Lösung. Die Nahwärme wird außerdem (zumindest aktuell) bei den Förderungen bevorzugt, das bedeutet:

Wer im Einzugsgebiet einer Nahwärme wohnt, bekommt die Förderung für ein anderes Heizsystem nur dann, wenn der Anschluss an die Nahwärme technisch oder wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Der Anschluss an die Nahwärme ist in Bezug auf die Vorlauftemperatur unkritisch, weshalb sie vor allem in ungedämmten Bestandsgebäuden die bessere Wahl sein kann als die Wärmepumpe.


Die Details dazu haben wir auf dieser Infoseite zur Nahwärme für Sie zusammengestellt.

Holz und Co als Alternative

Pellets- und Stückholzheizungen kommen als Ersatz für eine Gasheizung eher selten zum Einsatz, weil der Platzbedarf deutlich größer ist. Pellets und Stückholz sind vor allem bei hohen Vorlauftemperaturen im schlecht gedämmten Altbau das klimafreundliche Heizsystem der Wahl.

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Wir helfen bei der Einordnung der Alternativen zu Ihrer Gasheizung nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. So erhalten Sie eine produktneutrale Entscheidungsgrundlage.


Weitere Informationen und die Anmeldung zur Energieberatung finden Sie hier.

Noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Der Wechsel von Gas auf ein alternatives System aus rein wirtschaftlichen Beweggründen ist derzeit schwierig zu entscheiden.
  • Wird die Gasheizung aus ökologischen oder energiepolitischen Gründen getauscht, kommt in den meisten Fällen eine Wärmepumpe zum Einsatz. Platzbedarf und Effizienz sprechen eine deutliche Sprache, vor allem in Gebäuden mit Fußbodenheizungen (perfekt!) oder Heizkörpern mit niedrigen Vorlauftemperaturen.
  • Liegt die Vorlauftemperatur über 55 Grad, gilt es, Biomasseheizungen (Pellets, Stückholz) oder die Nahwärme mit ins Spiel zu bringen.
  • Kann an ein Nahwärmenetz angeschlossen werden, ist das vor dem Hintergrund der Förderung jedenfalls zu prüfen.

Und natürlich soll immer Platz dafür sein, statt über eine neue Heizung darüber nachzudenken, die thermische Qualität des Gebäudes zu verbessern und den Energiebedarf zu reduzieren. Auch dabei sind wir Ihnen gerne behilflich.

Energietelefon

Energieberatung und Gebäudetechnik
T +43 5572 31 202 - 112
veröffentlicht 10.03.2022 , zuletzt geändert 20.05.2026