illwerke vkw streicht fixe Einspeisetarife - was tun?

Mit Ende 2026 beendet die illwerke vkw alle PV-Einspeiseverträge mit fixen Einspeisetarifen. Wer von einem alten Fixtarif auf einen neuen flexiblen Einspeisetarif wechselt, bekommt 2027 noch eine fixe Vergütung, dann ist aber auch damit Schluss. Was das für Ihre PV-Anlage bedeutet, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Ein Wort, bevor es losgeht: Per Ende 2026 werden die bestehenden PV-Einspeiseverträge von illwerke vkw gekündigt. Wer bis Ende September 2026 keinen neuen Vertrag abgeschlossen hat, steht vertragslos da (und wäre nicht so gut). 

Grund zur Panik ist das aber bei Weitem nicht. Bis Ende des Jahres lässt sich der Vertrag bequem auf den neuen Tarif "Flex" umstellen (das geht online mit wenigen Klicks, Details finden Sie auf www.vkw.at). Der beinhaltet eine fixe Einspeisevergütung bis Ende 2027, und Sie können in aller Ruhe über Ihre Optionen nachdenken. Ein paar hilfreiche Überlegungen dazu finden Sie im Folgenden.


Der Wegfall des fixen Einspeisetarifs ist kein Grund zur Panik. Nach einem Vertragswechsel bis Ende September 2026 bleibt bis Ende 2027 Zeit, zum Beispiel über einen Batteriespeicher nachzudenken.

Mit dem Wegfall der auf ein Jahr hinaus fixen PV-Einspeisevergütung stehen beim Vorarlberger Landesenergieversorger grundsätzlich zwei Tarifmodelle zur Verfügung:

  1. ein Tarif, der monatlich rückwirkend festgelegt wird („Flex“ bei der illwerke vkw)
  2. ein Tarif, der viertelstündlich einen Tag im Voraus angepasst wird („Dynamisch“ bei der illwerke vkw)

ACHTUNG: Für die PV-Einspeisung und den Strombezug aus dem Netz haben Sie zwei verschiedene Verträge. Die müssen auch nicht den gleichen Tarif beinhalten. Sie können also beim Netzbezug auf dem "Duo"-Tarif oder einem der alten Tarife (Privat oder Privat24) bleiben, wenn Sie bei der Einspeisung auf "Flex" oder "Dynamisch" wechseln.

Die Auswirkungen des „Flex“-Tarifs auf die Einspeisung von PV-Strom

Der Tarif „Flex“, der als Standard-Alternative zum fixen Einspeisetarif angeboten wird, wird jeweils rückwirkend für den letzten Monat festgelegt. Während des Monats aber bleibt er konstant, das bedeutet: Egal, ob der PV-Strom mittags oder am frühen Abend, bei viel oder wenig Sonnenschein ins Netz eingespeist wird, gibt es gleich viel (oder wenig) Vergütung dafür. Der Verlauf der Einspeisetarife übers Jahr ist auf der VKW-Website transparent dargestellt und schaut für 2025 beispielweise so aus:

Screenshot www.vkw.at

Tarif „Flex“ ohne Speicher

Da die Einspeisevergütung im Tagesverlauf gleich bleibt, ist er der Tarif der Wahl, wenn man die eigene PV-Anlage ohne Stromspeicher betreibt, da es keinen Vorteil in Bezug auf den Einspeisetarif bringt, wenn die Netzeinspeisung vom Tag in die Nacht verlegt wird. Oder umgekehrt: Der Tarif wirkt sich nicht nachteilig auf die Einspeisung von PV-Strom zur Mittagszeit aus.

Tarif „Flex“ mit Speicher

Aus dem gleichen Grund bringt auch ein Stromspeicher keinen Vorteil in Bezug auf die Einspeisevergütung. ABER: Mit einem Stromspeicher kann man den Netzbezug verringern.

Sprich: Statt für zum Beispiel 3,5 Cent je kWh tagsüber ins Netz einzuspeisen (das war die Vergütung im Mai 2025) und den Strom für 18,57 Cent (aktueller Bezugspreis inkl. Abgaben und Netzentgelte im Normaltarif Duo) abends wieder aus dem Netz zu beziehen, kann man den eigenen PV-Strom aus dem Speicher schöpfen. Zum Beispiel, um das Elektroauto zu laden, das tagsüber nicht an der Wallbox hängt.

Außerdem ist ein Stromspeicher eine große Hilfe für die Stromnetze, weil Einspeise- und Bezugsspitzen geglättet werden.


Mit einem Speicher reduziert sich der Netzbezug, weil man abends, nachts bzw. morgens den eigenen, tagsüber produzierten und eingespeicherten PV-Strom nutzen kann.

Tarif „Dynamisch“ mit Speicher?

Wer einen Stromspeicher hat, kann darüber nachdenken, auf einen vollständig flexiblen Tarif umzusteigen. Bei der illwerke vkw trägt dieser Tarif den Namen „Dynamisch“. Die Abrechnung erfolgt viertelstündlich, der Preis setzt sich aus Börsenpreis (EPEX Spot AT), Anbieteraufschlag, Netzentgelt sowie Steuern zusammen. Je nach Tages- und Jahreszeit schwanken die Preise dabei erheblich; teilweise werden auch negative Preise fällig.

Besonders vorteilhaft sind sie für Haushalte mit großen und gleichzeitig zeitlich möglichst flexiblen Lasten (Verbrauchern) wie E-Auto, Wärmepumpe oder eben Speicher (Batteriespeicher oder aber auch thermische Speicher mit E-Patrone). Ergänzend dazu muss aber auch die Bereitschaft vorhanden sein, die Lasten zu verschieben und dies idealerweise durch eine automatisierte Steuerung vornehmen zu lassen.

Und da hakt’s noch ein bisschen: Ein sogenanntes „Energie-Management-System“ (EMS) soll sich darum kümmern, dass der Stromspeicher zur richtigen Zeit be- und entladen wird. Und zwar unter Berücksichtigung von Wetter- und Strompreisvorhersage, Heizbedarf und Ladestand vom Elektroauto. Klingt kompliziert, ist es auch.

Es gibt diese EMS mittlerweile auf neueren Wechselrichtern, allerdings meist noch mit Einschränkungen oder nur für die firmeneigenen Produkte. Hier gilt es genauer hinzuschauen. Vor allem wenn Sie gerade dabei sind, einen neuen PV-Hybridwechselrichter anzuschaffen oder eine Batterie mit eigenem Wechselrichter. 

Mehr Details dazu, wie sich Tarife und Speicher auf die Stromrechnung auswirken, können Sie in unserer Institutszeitschrift max50 nachlesen (Ausgabe 79 vom Juni 2026).

Speicher ja oder nein?

Wir empfehlen die Installation eines Batteriespeichers im Normalfall aus folgenden Gründen:

  • Ein Speicher hilft dabei, den tagsüber produzierten PV-Strom abends, in der Nacht und am nächsten Morgen selbst zu verbrauchen.
  • Ein Speicher erhöht dadurch den Grad der Eigenversorgung und reduziert den Bezug von Strom aus dem Netz.
  • Ein gut betriebener Speicher entlastet das Stromnetz, indem er Einspeise- und Bezugsspitzen glättet. Je dynamischer Stromkosten, Einspeisetarife und Netzgebühren gestaltet werden, umso mehr wird das auch finanziell belohnt.
  • Ein Speicher bietet die Möglichkeit, Stromausfälle zu überbrücken. Auch wenn das bei uns in Vorarlberg mit extrem geringen Ausfallszeiten der Netze kein großes Thema ist.
  • Die Speicherkosten sind stark gesunken. Wer jetzt einen Speicher einbaut, bekommt fürs gleiche Geld mehr Kapazität als noch vor drei oder fünf Jahren. Außerdem wird die Anschaffung 2026 von der illwerke vkw mit bis zu 500,- Euro gefördert (Details dazu hier).


Wir empfehlen einen Batteriespeicher, weil er die Eigennutzung erhöht und Lastspitzen im Netz glättet.

Wir erarbeiten derzeit mit den Vorarlberger Fachbetrieben eine Checkliste, die dabei helfen wird, einen qualitativ hochwertigen und mit den erforderlichen Funktionalitäten ausgestatteten Speicher zu bestellen.


Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Speicher in Ihrem Fall Sinn macht, können Sie das mit den PV-Profis unserer Energieberatung besprechen. Sie erreichen sie am Energietelefon unter 05572 31 202-112 oder per E-Mail an energieberatung@energieinstitut.at

Energiegemeinschaften als neue Option

Energiegemeinschaften bieten eine neue Möglichkeit, Strom gemeinsam zu produzieren, zu nutzen und zu vermarkten. So können sie eine Ergänzung zum klassischen Abnehmer des eigenen PV-Stroms (wie die illwerke vkw oder die OeMAG) werden. Ob Sie im Einzugsgebiet einer EEG liegen, an der Sie teilnehmen könnten, finden Sie hier heraus.

Produktneutrale Entscheidungshilfe

Alle PV-Fragen beantwortet unsere Energieberatung produktneutral im Rahmen der Photovoltaik-Beratung. Details und Anmeldung hier.

 Und mit SUSI – unserer Strom-Unabhängigkeits- Simulation können Sie Eigenverbrauch und Autarkiegrad Ihrer (künftigen) PV-Anlage mit oder ohne Speicher simulieren. Hier geht’s zu SUSI.

 

Energietelefon

Energieberatung und Gebäudetechnik
T +43 5572 31 202 - 112
veröffentlicht 10.06.2026 , zuletzt geändert 02.07.2026