Photovoltaik FAQ: Notstromfähigkeit und Blackoutvorsorge
Was muss ich tun, damit meine PV-Anlage notstromfähig wird?
Standard-PV-Anlagen schalten bei einem Netzausfall automatisch ab. Das ist aus Sicherheitsgründen notwendig. Damit eine PV-Anlage bei Stromausfall weiterhin Strom bereitstellen kann, braucht es in der Regel
- einen notstrom- bzw. ersatzstromfähigen Wechselrichter mit Backup-Funktion,
- einen Batteriespeicher
- und je nach System eine Umschalteinrichtung, die das Haus sicher vom öffentlichen Netz trennt.
Je nach Ausführung können dann nur einzelne Verbraucher, ausgewählte Stromkreise oder ein größerer Teil des Haushalts versorgt werden. Eine Nachrüstung ist grundsätzlich möglich, sollte aber idealerweise schon bei der Planung berücksichtigt werden.
Was kann ich im Inselbetrieb versorgen? Und wie lange?
Im Insel- oder Ersatzstrombetrieb können – je nach System – einzelne Steckdosen, ausgewählte Stromkreise oder im besten Fall große Teile des Haushalts versorgt werden. Welche Geräte tatsächlich betrieben werden können, hängt von der Leistung des Wechselrichters, der Speichergröße und der gleichzeitig benötigten Leistung ab. Verbrauchsintensive Geräte wie Herd, Elektroheizung oder Wärmepumpe können den Speicher rasch entladen oder sind nur mit entsprechend ausgelegten Systemen sinnvoll betreibbar.
Wie lange die Versorgung aufrechterhalten werden kann, hängt stark vom Stromverbrauch, der Speichergröße sowie von Jahreszeit und Wetter ab. Im Sommer kann die PV-Anlage den Speicher tagsüber oft nachladen, im Winter ist die Autarkie deutlich eingeschränkt.
Wie hoch sind die Mehrkosten dafür?
Die Mehrkosten für Notstrom- bzw. Ersatzstromfähigkeit hängen stark vom gewählten System ab. Zusätzliche Kosten entstehen meist durch einen geeigneten Hybrid-Wechselrichter bzw. eine backupfähige Systemlösung, einen Batteriespeicher und je nach Ausführung durch eine manuelle oder automatische Umschalteinrichtung. Wer diese Funktion von Anfang an mit plant, fährt in der Regel günstiger und einfacher als bei einer späteren Nachrüstung. Je nach System können für die Notstromfunktion zusätzliche Kosten von einigen hundert Euro für die Umschaltung bis zu mehreren tausend Euro für Speicher und Systemkomponenten anfallen.
Gibt es sinnvollere Alternativen zur Notstromversorgung?
Ja – je nach Bedarf gibt es auch einfachere Alternativen:
- USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung): sinnvoll für kurze Stromausfälle und empfindliche Geräte wie Router, Computer oder Kommunikationstechnik.
- Notstromaggregat: meist günstiger in der Anschaffung als eine PV-Notstromlösung, aber lauter, wartungsintensiver und auf Treibstoff angewiesen.
Für die meisten Haushalte stellt sich daher zuerst die Frage, welche Geräte im Notfall wirklich versorgt werden müssen. Da Stromausfälle in Österreich im Durchschnitt selten und meist kurz sind, reicht für viele Anwendungen bereits eine kleinere Lösung für die Grundversorgung.
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