Vom ungewöhnlichen Fundstück zum FamilienzuhauseIn Göfis haben die Bauleute ein architektonisch besonderes Haus aus den 1960er-Jahren umfassend saniert. Gemeinsam mit Architektin Catharina Fineder entstand ein Zuhause, das den Charakter des Bestands bewahrt und gleichzeitig energetisch fit für die Zukunft ist.https://energieinstitut.at/unternehmen/partnerbetriebe-traumhaus-althaus/kundenbewertung/vom-ungewoehnlichen-fundstueck-zum-familienzuhausehttps://energieinstitut.at/unternehmen/partnerbetriebe-traumhaus-althaus/kundenbewertung/vom-ungewoehnlichen-fundstueck-zum-familienzuhause/@@images/image-1200-f61747cedcb70b2a9e335b4bc5ae3c47.jpeg
Vom ungewöhnlichen Fundstück zum Familienzuhause
In Göfis haben die Bauleute ein architektonisch besonderes Haus aus den 1960er-Jahren umfassend saniert. Gemeinsam mit Architektin Catharina Fineder entstand ein Zuhause, das den Charakter des Bestands bewahrt und gleichzeitig energetisch fit für die Zukunft ist.
Architektin Catharina Fineder mit den Bauleuten
Wie seid ihr auf das Haus aufmerksam geworden?
Bauleute: Eigentlich eher zufällig. Nachdem wir 2017 nach Göfis gezogen waren, haben wir nach einem Eigenheim gesucht. Das Angebot war überschaubar und wir haben viele ältere Häuser besichtigt. Dieses Haus haben wir im Internet entdeckt. Wir sind daran schon sehr oft vorbeispaziert und ehrlich gesagt waren wir auf den ersten Blick gar nicht so hin und weg. Von außen wirkte es nämlich ungewöhnlich und schon sehr eigenwillig. Als wir dann zur Besichtigung kamen, hat sich alles verändert. Die offene Architektur, die besonderen Raumhöhen und die Atmosphäre haben uns sofort angesprochen. Wir haben gespürt, dass dieses Haus etwas Besonderes ist. Es hat sowohl emotional als auch technisch Potenzial gehabt. Und dann haben wir das Angebot abgegeben und eigentlich nicht damit gerecht den Zuschlag zu bekommen. Aber voilá, jetzt sind wir hier.
War dann auch gleich klar, dass ihr sanieren würdet?
Bauleute: Nein, überhaupt nicht. Aber je intensiver wir uns mit dem Haus beschäftigt haben, desto deutlicher wurde, dass eine umfassende Sanierung sinnvoll wäre. Uns war wichtig, ein Zuhause zu schaffen, das langfristig funktioniert – energetisch, ökologisch und als Lebensraum für unsere Familie.
Ein außergewöhnlicher Bestand mit Geschichte
Wie kam die Zusammenarbeit mit Architektin Catharina Fineder zustande?
Bauleute: Nachdem wir die Zusage für das Haus erhalten hatten, machten wir uns auf die Suche nach einer Architektin. Wir wollten jemanden, der Erfahrung mit Bestandsgebäuden hat und uns bei den vielen Fragen begleiten kann. Bei Catharina (Catharina Fineder Architektur) hatten wir von Anfang an das Gefühl, dass sie unsere Vorstellungen versteht.
Catharina Fineder: Mich hat das Haus sofort fasziniert. Die Form ist außergewöhnlich. Das Gebäude wurde Anfang der 1960er-Jahre vom Vorarlberger Architekten Rudolf Greußing geplant und besitzt eine sehr eigenständige Architektursprache. Die schrägen Wände, die markante Dachform und die besondere Raumwirkung machen den Charakter des Hauses aus. Relativ früh kam die Frage auf, ob das Dach verändert oder sogar entfernt werden sollte. Für mich war klar, dass genau diese Elemente die Identität des Hauses ausmachen. Sie zu erhalten und gleichzeitig zeitgemäß weiterzuentwickeln, war die eigentliche Aufgabe. Und ich bin sehr froh darüber, dass die beiden meinen Empfehlungen gefolgt sind.
Bestehendes bewahren, Neues schaffen
Welche Veränderungen wurden vorgenommen?
Bauleute: Im Grunde wurde das Haus bis auf die tragenden Außenmauern erneuert. Die ursprüngliche Raumaufteilung entsprach nicht mehr heutigen Wohnbedürfnissen. Gemeinsam mit Catharina haben wir die Räume neu gedacht. Besonders die Treppe wurde neu organisiert und dadurch das gesamte Wohnkonzept verbessert.
Catharina Fineder: Gleichzeitig war uns wichtig, die architektonischen Qualitäten sichtbar zu lassen. Viele Häuser aus dieser Zeit verfügen über besondere Merkmale, die heute kaum mehr gebaut werden. Statt diese zu beseitigen, wollten wir sie stärken und mit zeitgemäßen Wohnansprüchen verbinden. Besonders gelungen finde ich die neuen Gaupen. Sie bringen zusätzliches Licht in den Dachraum und eröffnen neue Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Zusammen mit den Sitzfenstern und der kleinen Bibliothek sind dort ganz besondere Aufenthaltsorte entstanden.
Energetisch fit für die Zukunft
Welche Maßnahmen wurden umgesetzt, um das Haus energetisch fit für die Zukunft zu machen?
Bauleute: Die bestehende Ölheizung wurde vollständig ersetzt. Heute sorgt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung für die Wärmeversorgung. Gleichzeitig wurden neue Fußbodenheizungen eingebaut und die Gebäudehülle umfassend verbessert.
Catharina Fineder: Energetisch wurde das Haus praktisch neu aufgebaut. Die Außenwände und das Dach wurden umfassend saniert und gedämmt. Die bestehende Dachkonstruktion konnte dabei erhalten werden. Durch die Dämmung der Sparrenebene und die hochwertige Ausführung der Gebäudehülle konnten wir den Energiebedarf massiv reduzieren und gleichzeitig den Wohnkomfort deutlich erhöhen. Besonders wichtig war uns auch der sommerliche Wärmeschutz. Das Haus verfügt über großzügige Dachüberstände, die bereits im Bestand eine gute Verschattung ermöglichten. Diese Qualitäten konnten wir weiter nutzen.
Auf dem nach Süden ausgerichteten Dach wurde zudem eine gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage umgesetzt. Sie verbindet eine nachhaltige Energieerzeugung mit einer gestalterisch hochwertigen Lösung. Insgesamt konnte der Energiebedarf des Hauses gegenüber dem ursprünglichen Zustand um rund 80 Prozent reduziert werden.
"Für mich zeigt das Projekt sehr schön, dass Bestandserhalt und Klimaschutz kein Widerspruch sind. Im bestehenden Gebäude steckt bereits viel sogenannte graue Energie. Wenn wir Häuser weiterentwickeln statt abreißen, können wir wertvolle Ressourcen erhalten." Architektin Catharina Fineder
Überraschungen im Bestand
Gab es Herausforderungen, denen ihr euch während der Sanierung stellen musstet?
Bauleute: Natürlich gibt es bei einem Haus aus den 1960er-Jahren immer Überraschungen. Besonders spannend und auch etwas „creepy“ war der Bereich unter der Garage. Dort fanden wir einen kaum zugänglichen Kellerraum und einige konstruktive Besonderheiten. Auch die Entwässerung und bestehende Leitungsführungen mussten teilweise neu gedacht werden. Trotzdem blieben die ganz großen Überraschungen aus. Das verdanken wir einer guten Planung, Beratung und Bauleitung durch Catharina Fineder und den beteiligten Handwerksbetrieben.
Catharina Fineder: Im Bestand braucht es immer Flexibilität. Man entdeckt während der Bauarbeiten Dinge, die in keinem Plan eingezeichnet sind. Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Bauherrschaft, Planung und Handwerk besonders wichtig. Lieblingsplätze und neue Perspektiven
Welchen Ort im Haus genießet ihr heute ganz besonders?
Bauleute: Eigentlich das ganze Haus. Die Kinder lieben die Küche mit der Sitzecke. Im Winter verbringen wir viel Zeit im großen Wohnraum, im Sommer genießen wir den Garten. Besonders schön sind aber die Ausblicke aus den Gaupen. Dort merkt man jeden Tag, wie gut das Raumkonzept funktioniert. Anfangs hatten wir Sorge, dass der große Wohnraum nur ein Durchgangsbereich wird. Heute wissen wir: Genau diese Offenheit macht die besondere Qualität des Hauses aus.
Würdet ihr wieder sanieren?
Bauleute: Ja, jederzeit. Voraussetzung ist natürlich, dass das Grundhaus Potenzial hat. Aber genau darin liegt auch der Reiz. Man beschäftigt sich intensiv mit den Möglichkeiten des Bestands und schafft etwas Eigenständiges. Viele Details erzählen Geschichten, die älter sind als man selbst. Das macht ein Haus einzigartig.
Was möchtet ihr anderen Bauleuten noch mitgeben?
"Mutig sein und auf das eigene Gefühl vertrauen. Eine Sanierung wirkt am Anfang oft komplex und herausfordernd. Aber wenn die Basis stimmt, lohnt es sich, größer zu denken und das Haus ganzheitlich zu betrachten." so die Bauleute der besonderen Sanierung
"Jedes Haus, das erhalten werden kann, ist ein Gewinn. Viele Bestandsgebäude besitzen Qualitäten, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Wer bereit ist, genauer hinzuschauen, kann daraus ein Zuhause schaffen, das Geschichte bewahrt und gleichzeitig fit für die Zukunft ist." Architektin Catharina Fineder