Die Gebäudehülle muss saniert werden. Wie geht man vor?

Fassade, Dach, Fenster und Türen müssen typischerweise nach 40 bis 60 Jahren umfassend erneuert werden. Werden diese Bauteile ausschließlich instandgesetzt, bleiben erhebliche Effizienzpotenziale ungenutzt.
Erfolgt die Instandhaltung jedoch in Kombination mit einer thermischen Sanierung, entstehen deutliche Synergien. Gerüste, Baustelleneinrichtung und Planungsleistungen fallen nur einmal an. Die zusätzlichen Investitionen für eine energetisch ambitionierte Ausführung sind im Verhältnis zu den ohnehin anfallenden Kosten vergleichsweise gering.
Eine hochwertig sanierte Gebäudehülle
- reduziert den Energieverbrauch
- verbessert die thermische Behaglichkeit
- erhöht die Oberflächentemperaturen der Innenbauteile
- senkt das Risiko von Feuchte- und Schimmelschäden und
- schafft die Voraussetzung für den effizienten Einsatz erneuerbarer Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen
Empfehlenswert ist es, Maßnahmen an mehreren Bauteilen zu kombinieren. Typischerweise ergeben sich bei Kopplung der Instandhaltungs- und thermischen Maßnahmen Sanierungszyklen von etwa 40 bis 50 Jahren.
Die nachfolgenden Beiträge zeigen unter anderem,
- welches Energieniveau für die Gebäudehülle anzustreben ist
- wie die ökologische Auswirkung von Gebäuden bewertet wird
- warum die Gebäudeeffizienz vor allem im Winter wichtig ist
- weshalb man Wärmeschutz und Gebäudetechnik gemeinsam betrachten sollte
- wann Sanierungen von Mehrwohnungshäusern wirtschaftlich sind
- wie der der zukünftige Energieverbrauch zutreffend prognostiziert werden kann
Thema 1: Effiziente und ökologische Gebäudehülle
Instandsetzung und energetische Verbesserung der Gebäudehülle
Bei unsanierten Mehrwohnungshäusern entfällt der Großteil des Energieverbrauchs auf die Raumheizung. Durch energetische Sanierung der Gebäudehülle kann der Heizwärmeverbrauch um bis zu 80 % reduziert werden. Zugleich sinkt das Risiko für Feuchteschäden und es ergeben sich wirtschaftliche Vorteile. Weiterlesen
Ökobilanz: Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Gebäuden
Eine Lebenszyklusanalyse bewertet die ökologischen Auswirkungen eines Gebäudes über alle Lebensphasen – von der Materialproduktion über Errichtung und Nutzung bis hin zu Rückbau und Entsorgung. Sie liefert eine quantitative Grundlage, um ökologische Unterschiede zwischen Baustoffen, Bauteilen und Bauweisen vergleichbar zu machen. Weiterlesen
Thema 2: Klimaneutrale Wärmeversorgung
Was sind die Optionen einer klimaneutralen Wärmeversorgung für den Gebäudebestand?
Noch wird ein Großteil der Gebäude in Österreich mit fossiler Energie beheizt. Doch das soll sich ändern: Um die Klimaziele zu erreichen, müssen fossile Systeme nach und nach durch erneuerbare, effiziente Lösungen ersetzt werden. Welche Technologien dabei eine Schlüsselrolle spielen, zeigt dieser Beitrag
Warum ist Gebäudeeffizienz vor allem im Winter wichtig?
Im Winter steigt der Strombedarf für Raumwärme stark – und gleichzeitig sind die Treibhausgasemissionen des Strommixes bis zu dreimal höher als im Sommer. Effiziente Gebäude senken nicht nur den winterlichen Energiebedarf, sondern reduzieren damit auch Emissionen, entlasten das Stromnetz und verringern den Bedarf an saisonaler Energiespeicherung. Weiterlesen
Thema 3: Effiziente Gebäudetechnik
Wie können Wärmepumpen im Bestand effizient betrieben werden?
Wärmepumpen sind Schlüssel zur Dekarbonisierung, doch hohe Vorlauftemperaturen, Platz- und Lärmprobleme bremsen ihren Einsatz. Mit richtiger Dimensionierung und niedrigen Systemtemperaturen lässt sich ihre Effizienz im Bestand optimieren. Weiterlesen
Wärmeverteilsysteme für die Sanierung von Mehrwohnungshäusern im Vergleich
Die Sanierung der Haustechnik in Geschoßwohnbauten erfordert Lösungen, die effizient, hygienisch sicher und zugleich bewohnerfreundlich umsetzbar sind. Ein Vergleich von Systemkonzepten zeigt die jeweiligen Stärken, Schwächen und Einsatzgrenzen. Zum Beitrag
Thema 4: Integrale Planung
Integrale Planung für die Sanierung von Mehrwohnungshäusern
Für energetische Sanierungen gibt es zahlreiche technische und bauliche Optionen. Ein integraler Planungsprozess hilft, Sanierungsvarianten systematisch zu vergleichen und Gebäudehülle sowie Gebäudetechnik – insbesondere beim Einsatz von Wärmepumpen – optimal aufeinander abzustimmen. Weiterlesen
Wie kann der zukünftige Energieverbrauch zutreffend prognostiziert werden?
Zuverlässige Verbrauchsprognosen sind entscheidend für belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Der Beitrag erklärt, warum berechneter Energiebedarf und tatsächlicher Verbrauch oft auseinanderliegen und welche Randbedingungen zu realitätsnahen Prognosen führen. Weiterlesen
Wann sind Sanierungen im mehrgeschossigen Wohnbau wirtschaftlich?
Energetische Sanierungen gelten oft als teuer. Forschungsergebnisse zeigen jedoch: Höhere energetische Standards können sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich rechnen. Weiterlesen
Thema 5: Bestandsanalyse und Bewohnerbeteiligung
Empfehlungen für strukturierte Wohnungsbegehungen
Bei Sanierungen von Mehrwohnungshäusern ist eine systematische Erhebung der Bestandssituation in den Wohnungen vor Beginn der Detailplanung unerlässlich. Sie schafft Planungssicherheit, ermöglicht eine realistische Kostenschätzung und reduziert spätere Überraschungen in der Bauphase. Weiterlesen
Sanieren im bewohnten Zustand – Bewohnerbeteiligung als Schlüssel zur Akzeptanz
Um eine hohe Akzeptanz für die Sanierung im Geschosswohnungsbau zu erreichen, ist größtmögliche Transparenz und der Einbezug der Bewohnerinnen und Bewohner in allen Prozessphasen wichtig. Weiterlesen
Die Planungsempfehlungen wurden von 2023 bis 2025 in den Forschungsprojekten
SüdSan und PhaseOut erarbeitet, die im Rahmen der 8. Ausschreibung des Programms „Stadt der Zukunft“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert wurden. Sie beinhalten Erkenntnisse aus beiden Projekten sowie aus anderen modellhaften Sanierungsvorhaben. Darüber hinaus wurde das Projekt SüdSan vom Land Vorarlberg unterstützt.











