Wie bleibt ein Mehrwohnungsgebäude langfristig werthaltig und attraktiv?

Hohe Energiekosten, Feuchte- und Schimmelschäden oder geplante Aufstockungen sind oft der richtige Anlass für eine umfassende energetische Sanierung. Sie verbessert nicht nur Komfort und Vermietbarkeit, sondern schafft auch die Grundlage für eine wirtschaftliche und klimafitte Weiterentwicklung von Mehrwohnungsgebäuden.



Hohe Energiekosten

Die energetische Qualität eines Gebäudes und der tatsächliche Energieverbrauch gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Vermietbarkeit – besonders bei hohen Betriebskosten in energetisch schlechten Gebäuden. In solchen Gebäuden erreichen die Warmmieten trotz niedriger Grundmieten oft ein Niveau, das mit gemeinnützigen Neubauten vergleichbar ist, jedoch bei deutlich geringerem Komfort.

Bauschäden 

Viele Sanierungen werden durch Bauschäden, insbesondere Feuchte- und Schimmelschäden, ausgelöst. Betroffen sind nach Schätzungen etwa 20–25 % der Wohnungen. Häufige Ursachen sind Schwachstellen in der thermischen Gebäudehülle, Wärmebrücken oder Undichtigkeiten – auch nach schlecht geplanten Teilsanierungen, z. B. beim Austausch von Fenstern ohne Minimierung von Wärmebrücken.

Erweiterung oder Aufstockung

Sollen Mehrwohnungshäuser zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit erweitert oder aufgestockt werden, so ist dies der ideale Moment für eine umfassende energetische Sanierung und Dekarbonisierung, die durch zusätzliche Mieteinnahmen mitfinanziert werden. Besonders serielle Sanierungen eignen sich, um bestehende Mehrwohnungsgebäude auch im bewohnten Zustand energetisch zu modernisieren und gleichzeitig aufzustocken.


Die nachfolgenden Beiträge zeigen unter anderem,

  • welche zukunftssicheren Optionen es für die Wärmeversorgung von Mehrwohnungsgebäuden gibt
  • weshalb man Wärmeschutz und Gebäudetechnik gemeinsam betrachten sollte
  • welche Vorteile die serielle Sanierung bietet
  • wann Sanierungen von Mehrwohnungshäusern wirtschaftlich sind
  • wie die Bestandssituation in den Wohnungen systematisch erhoben werden soll
  • warum die Bewohnerinnen und Bewohner in allen Prozessphasen einbezogen werden sollten


Thema 1: Integrale Planung



Integrale Planung für die Sanierung von Mehrwohnungshäusern

Für energetische Sanierungen gibt es zahlreiche technische und bauliche Optionen. Ein integraler Planungsprozess hilft, Sanierungsvarianten systematisch zu vergleichen und Gebäudehülle sowie Gebäudetechnik – insbesondere beim Einsatz von Wärmepumpen – optimal aufeinander abzustimmen. Weiterlesen



Wie kann der zukünftige Energieverbrauch zutreffend prognostiziert werden?

Zuverlässige Verbrauchsprognosen sind entscheidend für belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Der Beitrag erklärt, warum berechneter Energiebedarf und tatsächlicher Verbrauch oft auseinanderliegen und welche Randbedingungen zu realitätsnahen Prognosen führen. Weiterlesen



Wann sind Sanierungen im mehrgeschossigen Wohnbau wirtschaftlich?

Energetische Sanierungen gelten oft als teuer. Forschungsergebnisse zeigen jedoch: Höhere energetische Standards können sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich rechnen. Weiterlesen


Thema 2: Effiziente und ökologische Gebäudehülle



Instandsetzung und energetische Verbesserung der Gebäudehülle

Bei unsanierten Mehrwohnungshäusern entfällt der Großteil des Energieverbrauchs auf die Raumheizung. Durch energetische Sanierung der Gebäudehülle kann der Heizwärmeverbrauch um bis zu 80 % reduziert werden. Zugleich sinkt das Risiko für Feuchteschäden und es ergeben sich wirtschaftliche Vorteile. Weiterlesen



Ökobilanz: Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Gebäuden

Eine Lebenszyklusanalyse bewertet die ökologischen Auswirkungen eines Gebäudes über alle Lebensphasen – von der Materialproduktion über Errichtung und Nutzung bis hin zu Rückbau und Entsorgung. Sie liefert eine quantitative Grundlage, um ökologische Unterschiede zwischen Baustoffen, Bauteilen und Bauweisen vergleichbar zu machen. Weiterlesen


Thema 3: Klimaneutrale Wärmeversorgung



Was sind die Optionen einer klimaneutralen Wärmeversorgung für den Gebäudebestand?

Noch wird ein Großteil der Gebäude in Österreich mit fossiler Energie beheizt. Doch das soll sich ändern: Um die Klimaziele zu erreichen, müssen fossile Systeme nach und nach durch erneuerbare, effiziente Lösungen ersetzt werden. Welche Technologien dabei eine Schlüsselrolle spielen, zeigt dieser Beitrag 



Warum ist Gebäudeeffizienz vor allem im Winter wichtig?

Im Winter steigt der Strombedarf für Raumwärme stark – und gleichzeitig sind die Treibhausgasemissionen des Strommixes bis zu dreimal höher als im Sommer. Effiziente Gebäude senken nicht nur den winterlichen Energiebedarf, sondern reduzieren damit auch Emissionen, entlasten das Stromnetz und verringern den Bedarf an saisonaler Energiespeicherung. Weiterlesen


Thema 4: Effiziente Gebäudetechnik



Wie können Wärmepumpen im Bestand effizient betrieben werden?

Wärmepumpen sind Schlüssel zur Dekarbonisierung, doch hohe Vorlauftemperaturen, Platz- und Lärmprobleme bremsen ihren Einsatz. Mit richtiger Dimensionierung und niedrigen Systemtemperaturen lässt sich ihre Effizienz im Bestand optimieren.  Weiterlesen



Wärmeverteilsysteme für die Sanierung von Mehrwohnungshäusern im Vergleich

Die Sanierung der Haustechnik in Geschoßwohnbauten erfordert Lösungen, die effizient, hygienisch sicher und zugleich bewohnerfreundlich umsetzbar sind. Ein Vergleich von  Systemkonzepten zeigt die jeweiligen Stärken, Schwächen und Einsatzgrenzen. Zum Beitrag


Thema 5: Bestandsanalyse und Bewohnerbeteiligung



Empfehlungen für strukturierte Wohnungsbegehungen 

Bei Sanierungen von Mehrwohnungshäusern ist eine systematische  Erhebung der Bestandssituation in den Wohnungen vor Beginn der Detailplanung unerlässlich. Sie schafft Planungssicherheit, ermöglicht eine realistische Kostenschätzung und reduziert spätere Überraschungen in der Bauphase. Weiterlesen



Sanieren im bewohnten Zustand – Bewohnerbeteiligung als Schlüssel zur Akzeptanz

Um eine hohe Akzeptanz für die Sanierung im Geschosswohnungsbau zu erreichen, ist größtmögliche Transparenz und der Einbezug der Bewohnerinnen und Bewohner in allen Prozessphasen wichtig. Weiterlesen


Die Planungsempfehlungen wurden von 2023 bis 2025 in den Forschungsprojekten
SüdSan und PhaseOut erarbeitet, die im Rahmen der 8. Ausschreibung des Programms „Stadt der Zukunft“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert wurden. Sie beinhalten Erkenntnisse aus beiden Projekten sowie aus anderen modellhaften Sanierungsvorhaben. Darüber hinaus wurde das Projekt SüdSan vom Land Vorarlberg unterstützt.